Aktien verkaufen oder halten: Meine zwei Verkäufe im September 2026

Aktien verkaufen oder halten: Lukas zeigt auf „Gewinner verkauft, TMO +36 %" mit steigendem Kurschart

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Aktien verkaufen oder halten: Warum ich im September 2026 Thermo Fisher und The Trade Desk verkauft und Meta, McDonald's, Accenture und LVMH nachgekauft habe.

📋 Inhaltsverzeichnis

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Aktien verkaufen oder halten: Die Frage stellt sich selten bei Positionen, die offensichtlich schlecht laufen, sondern bei denen, die ein gutes Argument für beide Seiten liefern. Im September 2026 habe ich zwei Aktien verkauft und vier nachgekauft. Hier steht, nach welchen Kriterien ich entschieden habe, wo ich unsicher war und welches Risiko ich bei jeder Position sehe.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ich verkaufe aus drei Gründen: Gewinne mitnehmen, Risiko senken oder Kapital umschichten. Eine pauschale Kursschwelle nutze ich nicht.
  • Thermo Fisher habe ich verkauft, weil Kurs und Bewertung gemeinsam gestiegen sind, nicht weil ich das Unternehmen schlecht finde. Seit Mitte Mai lag der Kurs rund 36 % höher.
  • The Trade Desk habe ich mit Verlust verkauft, obwohl die Bewertung günstig wirkt. Das Geschäftsmodell hängt allein an Online-Werbung, und Amazon wächst dort in den Markt.
  • Bei den vier Zukäufen (Meta, McDonald’s, Accenture, LVMH) benenne ich je ein Hauptrisiko. Alle vier waren schon vorher in meinem Depot.

Markt-Scope: DACH. Kurs- und Kennzahlenangaben mit Stand 10.09.2026, sofern nicht anders genannt. Die Kursverläufe und Kennzahlen zeige ich im Video live im Chart.

Aktien verkaufen oder halten: Meine drei Verkaufsgründe

Wann Aktien verkaufen sinnvoll ist, hängt bei mir von der einzelnen Position ab. Ich frage mich bei jeder Aktie, welcher der drei Gründe zutrifft:

  1. Gewinne mitnehmen: Der Kurs ist deutlich gestiegen, und die Bewertung ist mir danach zu teuer geworden.
  2. Risiko senken: Das Risiko im Geschäftsmodell wiegt für mich schwerer als das Potenzial, auch wenn die Bewertung günstig aussieht.
  3. Umschichten: Das Geld liegt in einer anderen Aktie besser, die ich genauso für kaufenswert halte.

Einmal im Monat schaue ich mir die Aktien an, die mich interessieren, und bewerte sie neu. Wie ich mein Depot grundsätzlich breit aufstelle, steht in meinem Artikel zum Diversifizieren des Portfolios.

Thermo Fisher: Gewinne mitgenommen

Thermo Fisher ist der weltgrößte Anbieter von Laborgeräten, Analysegeräten und Dienstleistungen für Wissenschaft, Pharma und Diagnostik. Kurz gesagt beliefert die Firma Forschungslabore weltweit.

Mitte Mai 2026 notierte die Aktie bei rund 442 US-Dollar, am 10.09.2026 bei 603 US-Dollar. Das sind rund 36 % in knapp vier Monaten. Ich halte die Aktie seit dem letzten Jahr und habe sie damals günstiger gekauft. Nach einem Hoch im Jänner 2026 war der Kurs um rund 30 % gefallen, bevor er wieder stieg.

Meine Einschätzung: Nach diesem Anstieg ist die Aktie für mich zu teuer geworden. Das heißt nicht, dass ich das Unternehmen schlecht finde, es ist ein sehr solides. Ich wollte hier Gewinne mitnehmen.

The Trade Desk: Verkauf mit Verlust trotz günstiger Bewertung

The Trade Desk betreibt eine Software-Plattform, über die Firmen Werbung im Internet automatisiert einkaufen und ausspielen. Bei vielen Anzeigen, die du online siehst, läuft sie im Hintergrund.

Die Aktie liegt über 90 % unter ihrem Allzeithoch. Ich habe sie mit Verlust verkauft, und das war für mich die deutlich schwierigere Entscheidung. Denn die Bewertung wirkt weiter günstig: Wachstum und Margen waren über Jahre stark und haben zuletzt nachgelassen, das KGV lag nach meinem Stand im September bei unter 17.

Warum ich trotzdem verkauft habe: Das größte Risiko ist die wachsende Konkurrenz durch Amazon im Werbegeschäft. Amazon hat deutlich mehr Nutzerdaten und ist breiter aufgestellt. The Trade Desk verdient dagegen ausschließlich mit Online-Werbung. Bei Amazon fangen Cloud und Handel eine Werbeflaute auf, bei The Trade Desk nicht.

Ich habe das Kapital deshalb in etabliertere, risikoärmere Unternehmen umgeschichtet, die ich ebenso für kaufenswert halte.

Was ich mit dem Geld gekauft habe

Alle vier Unternehmen waren schon vorher in meinem Depot, ich habe die Positionen aufgestockt. Zur Übersicht:

AktieAktionHauptgrund (meine Einschätzung)Hauptrisiko
MetaZukaufKI-Gewinner mit Aufmerksamkeit und DatenHohe Investitionen, unklare Rentabilität
McDonald’sZukaufAttraktive Bewertung, DividendeKonsumzurückhaltung bei einkommensschwächeren Kunden
AccentureZukaufBegleitet Firmen bei KI-Integration, DividendeKI ersetzt Teile der Beratung, Konjunktur
LVMHZukaufTiefer Burggraben, keine KI-MilliardenwetteSchwaches China-Geschäft

Meta

Meta ist der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp. Das Hauptgeschäft ist Werbung, dazu kommen massive Investitionen, wie man sie auch von Google und Amazon kennt. Der Umsatz ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, mit Ausnahme von 2022.

Meine Einschätzung: Für mich ist Meta einer der großen Gewinner von KI. Meta hat die Aufmerksamkeit und Daten, die KI nicht ersetzen kann, und jeder Verkäufer braucht Aufmerksamkeit. Außerdem werden die Algorithmen durch KI tendenziell besser, sodass Werbebudgets bessere Ergebnisse bringen. Bei meiner monatlichen Bewertung stufte ich Meta als kaufenswert ein.

Das Risiko: Niemand weiß, wie schnell sich die Investitionen rentieren. Sie belasten aktuell Cashflow und Ergebnis.

McDonald’s

McDonald’s ist die weltgrößte Fast-Food-Kette und läuft überwiegend über Franchisepartner. Die Aktie lag im September rund 26 % unter ihrem Hoch. Das ist für so ein Qualitätsunternehmen selten. Im Corona-Jahr 2020 war der Rückgang größer, rund 31 %.

Meine Einschätzung: Die Bewertung finde ich attraktiv, dazu kommt eine Dividendenrendite von rund 3 %. McDonald’s erhöht die Dividende seit 1976 jedes Jahr. Die Margen liegen konstant über 30 %.

Das Risiko: Das Umsatzwachstum hat sich verlangsamt, weil vor allem einkommensschwächere Kunden weniger konsumieren. Auch der CEO hat im Mai 2026 vor einer schwächeren Konsumstimmung gewarnt.

Accenture

Accenture ist eine der führenden Unternehmensberatungen weltweit, mit rund 779.000 Mitarbeitern, und begleitet Firmen bei Digitalisierung, Cloud und KI-Transformation. Die Aktie hatte im Juni 2026 ein neues Tief erreicht und stand im September noch deutlich unter dem Hoch von Ende 2021. Die Dividendenrendite lag bei rund 3,5 %.

Meine Einschätzung: Wer hilft Unternehmen, KI zu integrieren, wenn nicht eine Beratung, die schon überall vernetzt ist? Die Aktie stand für mich so tief, dass ich das Risiko nach unten als begrenzt sehe.

Die Risiken: Erstens nimmt KI Teile des klassischen Beratungsgeschäfts weg, und Accenture baut selbst Stellen ab. Die Frage ist, ob das KI-Integrationsgeschäft das auffängt. Zweitens kürzen Unternehmen in einer Konjunkturschwäche meist früh das Beratungsbudget, und das würde Accenture treffen.

LVMH

LVMH ist der weltgrößte Luxuskonzern mit Marken wie Louis Vuitton, Dior und Tiffany. Die Aktie ist schon lange in meinem Depot.

Meine Einschätzung: LVMH hat einen tiefen Burggraben: Die Marke können KI-Entwicklungen weder ersetzen noch wegmachen. Außerdem investiert LVMH nicht wie Meta oder Amazon Milliarden in KI und Rechenzentren. Der Kurs liegt über 50 % unter dem Hoch von April 2023, die Dividendenrendite bei rund 3 %.

Das Risiko: Das Umsatzwachstum hat sich verlangsamt und war 2024 und 2025 sogar negativ. Das liegt vor allem am schwächelnden China-Geschäft. Für mich bleibt das das einzige größere Risiko, und ich gehe davon aus, dass sich das Geschäft in Asien wieder erholt.

Häufig gestellte Fragen zu Aktien verkaufen oder halten

Ab wann ist es sinnvoll, Aktien zu verkaufen?

Eine feste Schwelle gibt es nicht. Bei mir gibt es drei Anlässe: Der Kurs ist stark gestiegen und die Bewertung dadurch zu hoch, das Risiko im Geschäftsmodell wiegt schwerer als das Potenzial, oder ich habe eine bessere Verwendung für das Geld. Ein Kurssprung allein reicht mir nicht.

Wann sollte man Gewinne mitnehmen?

Für mich, wenn der Kursanstieg und eine zu hohe Bewertung zusammenkommen. Bei Thermo Fisher traf beides zu: rund 36 % Plus seit Mitte Mai und eine aus meiner Sicht nicht mehr attraktive Bewertung. Das ist meine Einschätzung bei einer Position und keine allgemeine Regel.

Soll man im Moment Aktien verkaufen?

Das kann ich dir nicht beantworten. Es hängt von deinem Ziel, deiner Position und deiner Risikotragfähigkeit ab. Ich zeige hier, wie ich eigene Entscheidungen begründe, und gebe keine Empfehlung.

Meine zwei Verkäufe und vier Zukäufe im Rückblick

Bei Thermo Fisher habe ich Gewinne mitgenommen, bei The Trade Desk bewusst Risiko herausgenommen. Die vier Zukäufe sind für mich Qualitätsunternehmen, und bei jedem habe ich ein konkretes Risiko benannt, das ich im Blick behalte. Wichtig ist, dass du Entscheidungen wie diese selbst verstehst und für dich selbst hinter ihnen stehen kannst.

Wenn du noch nie eine Aktie gekauft hast, zeige ich dir im Artikel Trade Republic Aktien kaufen Schritt für Schritt, wie ein Kauf technisch abläuft.


Hinweise

Dieser Beitrag dient nur zur Information und ist keine Anlageberatung. Es handelt sich nicht um Empfehlungen und der Betreiber dieser Website haftet nicht für etwaige Verluste, die sich aus Investments ergeben, die aufgrund von Informationen aus diesem Beitrag getätigt werden. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko.

Die genannten Entscheidungen sind meine persönlichen Einschätzungen und Käufe und Verkäufe in meinem eigenen Depot. Kapitalanlagen bergen Risiken. Kurse und Kennzahlen mit Stand 10.09.2026, sie können sich jederzeit ändern.

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Lukas Haselberger

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